Schwarzwald-Cupcakes auf Urlaubsreise in der Karibik

Hier nun also das Cupcake-Rezept aus meinem Post zur Blog-Geburt.

Mein Großonkel war von Beruf Bäcker und Konditor und natürlich konnte er die beste, schönste und leckerste Schwarzwälder Kirschtorte auf der ganzen Welt backen. Sie war der Star auf der Kaffeetafel eines jeden Geburtstags und brachte die Augen aller Gäste zum Leuchten. Aber die Zeiten ändern sich – mein Großonkel ist schon vor vielen Jahren gestorben und zwar, bevor er mich in sein Schwarzwälder-Kirschtorten-Geheimnis einweihen konnte… und eine wirklich gute vegane Schwarzwälder habe ich noch nirgendwo gegessen. Vermutlich ist meine Messlatte da aber auch einfach zu hoch. Das größte Problem ist für mich selbst nach einigen veganen Jahren nach wie vor, dass ich keinen befriedigenden veganen Sahneersatz finde. Sojasahne schmeckt zu sehr nach Soja, Reissahne hat keine gute Konsistenz und auch hier schmeckt mir der Reis zu stark durch usw. Deshalb gibt es bei mir prinzipiell keine Sahnetorte, wollte aber unbedingt wieder etwas „Sahniges“ backen. Also versuchte ich mich für meine Schwarzwaldcupkakes zunächst an einem Frosting aus Buttercreme. Was soll ich sagen? Es war selbst gut durchgezogen und gekühlt so eklig (und VIEL zu süß), dass ich es wieder von den Törtchen heruntergekratzt habe….Sie wurden ohne Haube verputzt und schmeckten allen. Mir ließ es aber keine Ruhe, ich wollte unbedingt Cupcakes mit „Sahne“ oder ähnlichem. Schließlich las ich in irgendeinem Werbeblatt eines Supermarktes, dass man mit Kokosmilch aus der Dose ganz einfach ein Frosting machen kann und auch wenn es natürlich geschmacklich nun etwas ganz anderes als klassische „Sahne“ ist, gefällt mir diese Lösung trotzdem mit Abstand am besten. Da hat sich der Schwarzwald eben mal kurz eine Auszeit in der Karibik gegönnt.

Anstelle des (veganen) Amarettos im Rezept kann man problemlos auch Bittermandelaroma nehmen. Ich bin kein Fan von Aromen, aber wenn Kinder mit essen, ist für mich aus ethisch-moralischer Sicht Bittermandelaroma eine bessere Alternative als hochprozentiger Alkohol.

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Schwarzwald-Cupcakes auf Urlaubsreise in der Karibik

Zutaten für 12 Cupcakes:

Teig:

  •  160 g Mehl
  • 1 1/2 TL Backpulver (ich nehme wegen des neutralen Geschmacks Weinsteinbackpulver)
  • 50 g Kakaopulver
  • 120 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker (alternativ 2 TL Zucker mehr nehmen und dazu das Mark einer Vanilleschote)
  • 1/2 TL Salz
  • 250 ml Sojadrink (oder anderer Pflanzendrink)
  • 90 ml neutrales Öl
  • 2 TL geschrotete Leinsamen  + 1TL Wasser (alternativ: 1 TL milder Essig)

Kirschmasse:

  • 1/2 Glas Sauerkirschen oder Schattenmorellen
  • 2 EL Amaretto
  • 1 TL Vanillezucker
  • 20-30 g Maisstärke

Für das Frosting

  • 1 Dose Kokosmilch mit möglichst hohem Kokosfleisch-Anteil (ansonsten braucht man 2 Dosen)
  • 1 TL Vanillezucker (wer es nicht so süß mag, kann auch nur gemahlene Vanille/Vanillemark nehmen)
  • ggf. Schokoraspel etc. zum Garnieren

Und so geht’s:

Die Kokosmilch möglichst schon einen Tag vor der Zubereitung in den Kühlschrank stellen. Dadurch setzt sich die feste Kokosfleisch-Masse vom wässrigen Teil ab.

Für den Teig die trockenen und nassen Zutaten getrennt mischen.In einer Rührschüssel die nasse Mischung zur trockenen Geben und zu einem homogenen Teig rühren. Teig in die Mulden einer mit Förmchen ausgelegten Muffinform geben. Bei 180 Grad Umluft 20-25 Minuten backen (Richtwert, der abhängig vom Ofen schwanken kann; deshalb in jedem Fall die Stäbchenprobe machen!). Muffins auf einem Kuchengitter auskühlen assen.

Während der Backzeit die Kirschmasse vorbereiten: Kirschen in einem Sieb abtropfen lassen, dabei einen Topf darunter stellen, um den Saft aufzufangen. Ihr benötigt etwa die Hälfte der Kirschen und des Saftes, der in einem ganzen Glas Kirschen drin ist. Schätzt es grob ab – auf ein paar ml mehr oder weniger kommt es nicht an. Von dieser Menge Saft zwei EL abnehmen und mit 20 g Maisstärke anrühren. Restlichen abgeschätzten Saft zum Kochen bringen, von der Platte runter ziehen, Amaretto hinzufügen und die aufgelöste Stärke einrühren. Kirschen hinzufügen. Nochmal kurz auf die heiße (aber ausgeschaltete) Herdplatte ziehen und gut rühren. Dickt die Masse nicht merklich an, nochmal 10 g Stärke auflösen und einrühren. Das sollte dann aber genügen, ansonsten wir die Maße zäh und schmeckt mehlig, wenn sie abgekühlt ist. Masse abkühlen lassen.

Die komplett erkalteten Muffins höhlt ihr nun von oben rund aus (so wie bei einem Maulwurfkuchen) und füllt die Kirschmasse in die entstandenen Mulden. Das herausgeholte Innenleben könnt ihr zerbröseln und über die Kirschmasse streuen oder einfach so essen ;-). Damit sind die Muffins im Prinzip schon ausreichend lecker und hübsch, um verspeist zu werden.

Oder aber ihr verpasst ihnen noch die Kokoshaube: Schüttet den wässrigen Teil der Kokosmilch ab (den könnt ihr für diverse Dinge benutzen, ich nehme ihn sehr gerne für meine Overniht-Oats und zum Kochen von Currys). Nun rührt ihr die feste Maße in einem Gefäß einige Minuten mit dem Rührgerät auf der höchsten Stufe zu einer Creme. Besonders gut klappt es, wenn ihr auch das Gefäß vorher kühlt. Wenn die Creme ausreichend geschmeidig ist, fügt ihr den Vanillezucker hinzu (oder auch nicht). Spritzt die Creme sofort mit Hilfe eines Spritzbeutels mit Sterntülle (oder anderer Tülle, sie sollte jedoch eine eher größere Öffnung haben) auf die Muffins und garniert sie nach Belieben (für das Foto habe ich Raspelschokolade und Mandelkrokant genommen). Stellt sie bis zum Verzehr in jedem Fall kalt,sonst wird die Creme matschig….

Und dann: Bon Appétit

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4 Gedanken zu “Schwarzwald-Cupcakes auf Urlaubsreise in der Karibik

  1. Ich gebe Dir vollkomme recht, ich kann mit der veganen Sahne, die so im Umlauf ist auch nichts anfangen (außer Schlagfix, die ist wirklich nicht schlecht!). Kokossahne finde ich eigentlich immer eine gute Alternative und die Cupcakes sehen spitze aus!

  2. Hey Mihl,

    danke 🙂

    oh dann muss ich Schlagfix doch auch mal ausprobieren. Ich hatte sie schon öfter in der Hand, aber die Zutatenliste war so nichtssagend, da dachte ich, das sei bestimmt noch schlechter als die anderen pflanzlichen Sahneprodukte.
    Allerdings hab ich einige Bekannte, die kein Kokos mögen und dann wäre es schon gut, eine akzeptable Alternative zu haben.

    LG
    Lotte

  3. Huhu!

    Ich verwend so gut wie nie Schlagsahne, eben weil es vegan nicht so gut schmeckt. Schlagfix hab ich 2 Packungen im Schrank, die nun seit Monaten abgelaufen sind, weil ich einfach kein Rezept mit Schlag machen will. Hast schon mal Fertigkokosschlag probiert? Der ist auch sehr lecker, also besser als Sojaschlag alle mal.

    Der Cupcake sieht toll aus!

    LG Angie

  4. Ok, jetzt muss ich Schlagfix mal testen, wenn es hier so unterschiedliche Meinungen gibt 😉
    Meinst du mit Fertigkokosschlag den von Soyatoo? Das hab ich nämlich eine Packung da, die bald abläuft, weil ich mich nicht dran traue, nachdem mich die Soja- und Reis-Varianten so enttäuscht haben…

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