Cora ist tot…

Cora 2011 – 2014

… ja, ihr lest richtig. Mein Keks, von dem ich euch noch viel zu wenig berichtet habe, weil ich dachte, „das hat ja noch soooo viel Zeit, sie ist ja noch jung.“, ist heute Vormittag direkt vor dem Haus überfahren worden. Die Straße ist bis auf den Busbetrieb nur sehr wenig befahren, liegt in einer 30er-Zone und meine Cora war eine extrem flinke Katze, deshalb ist es für mich unfassbar, wie das am hellichten Tag passieren konnte.

Was das Schlimmste für mich war, ist die Tatsache, dass ich sie mitten auf der Straße gefunden habe und ein Rollerfahrer vermutlich geradewegs auch noch über die tote Katze drübergefahren wäre, wenn ich nicht wild gestikuliert und geschrien hätte. Er hat mir erst den Vogel gezeigt, sich dann jedoch entschuldigt, als er sah, was da vor ihm auf der Straße lag. Ich hatte nicht einmal meine Brille auf und sah kaum etwas, aber ich wusste sofort, dass es meine Katze ist, sowas merkt man einfach. Ich rannte kreischend ins Haus, meine Mutter dachte, ich sei verrückt geworden und schrie mich an. Als ich ihr erzählte, was los war, ging sie zur Straße und sammelte die tote Katze auf. Dann brach auch sie in Tränen aus.

Gerade haben wir sie zusammen mit ihrer liebsten Spielmaus und einem Tannenzweig in unserem Garten begraben, ganz in der Nähe ihres geliebten Kirschbaums..

Cora wurde nur drei Jahre alt und ist die zweite Katze innerhalb eines Jahres, die in unserer Straße rücksichtslos überfahren wurde. Und das in einem Wohngebiet, in dem auch Kinder auf der Straße spielen. Das macht mich so unendlich traurig.

Mit einer kleinen Bildersammlung möchte ich Cora für unsere gemeinsame Zeit danken. Sie hat mein Leben Tag für Tag bereichert. An vielen Tagen war ihre Gesellschaft die einzige positive Sache des Tages.

Was wirklich extrem unheimlich ist, ist die Tatsache, dass ich in den letzten Wochen mehrmals von jetzt auf gleich Angst hatte, Cora könnte überfahren werden und zweimal habe ich nachts im Schlafanzug das Haus verlassen, um mich zu vergewissern, dass sie nicht tot auf der Straße liegt. Mein Vater hat mich damals für verrückt erklärt.

Kommmt ein Veganer zum Metzger…

… was klingt wie ein abgeschmackter Witz, war heute für mich traurige Realität.

Aber von vorn: ich benutze das Auto meiner Mutter mit. Die meiste Zeit bin ich ohnehin mit den Öffentlichen unterwegs, aber wie ich ja schon mehrfach angedeutet habe, ist es in meinem Kaff zeitweise schwierig bis unmöglich rauszukommen. Und einkaufen ist mit den Öffentlichen auch nicht gerade spaßig – also bin ich darauf angewiesen, ab und an einen fahrbaren Untersatz zu haben. Der Deal ist allerdings, dass ich meiner Mutter Dinge vom Einkaufen mitbringe, wenn ich das Auto habe, da sie dann ja nicht einkaufen fahren kann. Dummerweise schließt der Deal unvegane Lebensmittel und sogar Wurst mit ein – Ich habe oft und viel mit meiner Mutter darüber diskutiert, doch ihr Standpunkt ist klar – entweder so oder ich muss schauen, wie ich mich fortbewege. Ja, das ist Erpressung, aber da ich kein Geld für ein eigenes Auto habe und es hier auch weit und breit kein Car-Sharing gibt, bin ich darauf eingegangen.

Heute musste ich zur Post und dann noch Getränke kaufen und auch das geht nur mit dem Auto. Als ich den Autoschlüssel holte, gab mir meine Mutter den Auftrag, Salz und Oberländer mitzubringen. Ich musste erstmal googlen, wie Oberländer überhaupt aussehen. Na gut, also bin ich losgefahren und schaute mich widerwillig im Wurstregal um. Schon nach kurzer Zeit wurde mir richtig schlecht und ich fand die f… Oberländer einfach nicht. Schließlich suchte ich eine Verkäuferin und die erklärte mir, sie hätten derzeit keine Oberländer. Oh yeah, hab ich also umsonst gesucht und fast auf den Boden gekotzt… Zurück im Auto ein kurzer Anruf bei meiner Mutter mit der Frage „Brauchst du die Oberländer denn unbedingt heute??? Kann Papa nicht was anderes essen?“ – natürlich braucht sie sie heute, denn mein eingefleischter Papa will heute Currywurst haben… War ja irgendwie klar. „Geh zum Metzger rein und hol dort welche.“. Ich zum Metzger? Neeeeee! Andererseits: es gibt in dem Kaff neben meinem Kaff keinen anderen Supermarkt und zehn Kilometer zu fahren wegen zwei billigst produzierten Supermarkt-Würsten entspricht noch weniger meinen Vorstellungen vom Umgang mit der Natur. Also entschied ich mich doch für den Metzger. Einmal und nie wieder. Beim Anblick der Theke wurde mir schwindlig und ich bekam wieder diesen Brechreiz. Dann musste ich auch noch fünf Minuten warten, weil ein Kind sich nicht entscheiden konnte, welche Wurst es zum Abendessen haben wollte und weil die Kundin vor mir mit der Verkäuferin herumdiskutierte, wieso es das günstige Angebot für Schweinshaxen nicht mehr gibt. Ich war ein bisschen traurig, dass ich die Aufkleber von Veggieman und Co., die mir Angie von Bissen für’s Gewissen am Montag geschickt hat, nicht dabei hatte – die hätten auf der Theke am besten auf Kinder-Höhe bestimmt gut ausgesehen. Allerdings hätte die Verkäuferin das vermutlich nicht so toll gefunden und mich womöglich wegen Vandalismus oder Ketzerei angezeigt. Eine Minute länger und ich wäre gegangen oder hätte mich über die Fleischtheke erbrochen. Wobei, wenn ich mir das recht überlege, wäre das nicht das schlechteste Statement gewesen, frei nach dem Motto: „Ich finde euch zum Kotzen!“.

Auf der Heimfahrt lief im Radio gerade ein Interview mit einem Mann, der als – und das ist kein Witz – Kuscheltier-Schlachter arbeitet. Er erklärte, dass er die Kuscheltiere so „schlachtet“, wie ein Schlachter echte Tiere schlachtet und er wolle damit aufrütteln und schockieren. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das jetzt so eine Hammer-Idee ist, denn ich denke, niemand, der gern Fleisch ist, wird sich von geschlachteten Kuscheltieren beeindrucken lassen und kein Erwachsener Fleischesser kommt auf die Idee, seinen Kindern oder Enkel an geschlachteten Kuscheltieren zu zeigen, wie grausam die Schlachterei ist. Nein, er geht lieber mit dem Kind oder Enkel zum Metzger und fragt, was für eine leckere Wurst es zum Abendessen will und die Verkäuferin freut sich und schenkt den Kind lächelnd eine Scheibe Wurst zum sofortigen Vernaschen aus der Hand.

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Die Aufkleber von Angie

Ratz-fatz Tomatensuppe mit Basilikum

Manchmal muss es in der Küche schnell gehen. Ich hätte zwar ausreichend Zeit, jeden Tag etwas mäßig Aufwändiges zu kochen, doch irgendwie kann ich mich dazu gerade nicht aufraffen, andere Dinge erscheinen mir einfach wichtiger, auch wenn sie dies de facto gar nicht sind. So blieb bei mir die Küche die letzte Woche kalt. Gestern hatte ich Brot mit Aufstrich jedoch endgültig satt und stellte mich wieder an den Herd. Allerdings hatte ich kaum frische Zutaten im Haus, kein Auto zur Verfügung und in meinem Kaff gibt es samstags nach 12 Uhr keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Also gab es etwas ganz Einfaches: Tomatensuppe. Und sie war sehr lecker – kaum zu glauben bei gerade mal 15 Minuten Zeitaufwand. Und was noch besser ist: den Rest kann ich heute essen 🙂

Als ich noch ein Kind war, suggerierte die Werbung, die beste und schnellste Suppe der Welt käme aus der Tüte. Und dass man die richtige Marke gekauft hatte, erkannte man daran, dass sich der Löffelstiel beim ersten Eintauchen des Esslöffels in die Suppe wie von Zauberhand zu einem Knoten verformte. Ob die Suppe wirklich schmeckte, weiß ich nicht, denn bei uns zu Hause gab es nie Fertigsuppe. Leider verknotete sich dann aber auch mein Esslöffel nie, was ich so schade fand, dass ich selbst Hand anlegte und versuchte, den Löffelstiel zu biegen. Allerdings war meine Mutter darüber nicht besonders erfreut, da ich auch meine Geschwister dazu angestiftet hatte und so kaum noch ein unverbogener Löffel in der Besteckschublade lag.

Ok, genug geplaudert. Tatsache ist, dass bei mir auch heute noch keine Fertigsuppe ins Haus kommt, denn die beste Suppe ist definitiv die Selbstgemachte. Außerdem ist der Aufwand häufig sehr gering, warum also Tütensuppe kaufen! Gestern gab es also eine blitzschnelle, einfache, Zutaten-anspruchslose Tomatensuppe mit zweierlei Basilikum.

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Ratz-fatz Tomatensuppe mit Basilikum

Man benötigt für 3 Teller:

  • 500 g passierte Tomaten (außerhalb der Saison greife ich lieber zu passierten Tomaten als zu importierten frischen Tomaten, da diese meist kaum Geschmack haben)
  • 500 ml Wasser
  • 1 EL Olivenöl
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe (da ich gestern keinen Knoblauch da hatte, nahm ich eine Schalotte)
  • 2 EL Paprikamark (alternativ Tomatenmark, schmeckt dann aber etwas langweilig)
  • 1 EL Kartoffelmehl (alternativ jedes andere Mehl)
  • eine Chilischote (nach Belieben auch mehr)
  • 10 große Blätter Basilikum (da ich im Garten auch kleinblättrigen Basilikum habe, nahm ich gestern zweierlei Sorten Basilikum, geschmacklich gibt es aber kaum einen Unterschied)
  • 2 TL Gemüsebrühpulver (am besten Bio-zertifiziert ohne Glutamat und Hefeextrakt)
  • 1 EL Balsamico Essig
  • 1 TL Zucker
  • Pfeffer
  • Salz
  • nach Belieben etwas getrockneten Oregano und/oder Thymian

Zubereitung:

Zwiebel und Knoblauchzehe putzen und klein schneiden bzw. hacken. Chilischote entkernen und hacken. Ein EL Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Chili bei mittlerer Hitze drei bis vier Minuten andünsten. Topf von der Herdplatte ziehen, Paprikamark und Mehl hinzugeben. Topf unter Rühren wieder auf die Platte ziehen, passierte Tomaten, Wasser und Gemüsebrühpulver hinzufügen. Alles aufkochen lassen. Basilikum klein schneiden und hinzufügen. Suppe unter gelegentlichem Umrühren fünf Minuten köcheln lassen. Mit Zucker, Pfeffer, Salz, Balsamico und ggf. getrockneten Kräutern würzen, noch eine Minute köcheln lassen und abschließend ggf. abschmecken.

Bon appétit!

Eure Lotte

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Die letzten Sonnenstrahlen des Tages