Ratz-fatz Tomatensuppe mit Basilikum

Manchmal muss es in der Küche schnell gehen. Ich hätte zwar ausreichend Zeit, jeden Tag etwas mäßig Aufwändiges zu kochen, doch irgendwie kann ich mich dazu gerade nicht aufraffen, andere Dinge erscheinen mir einfach wichtiger, auch wenn sie dies de facto gar nicht sind. So blieb bei mir die Küche die letzte Woche kalt. Gestern hatte ich Brot mit Aufstrich jedoch endgültig satt und stellte mich wieder an den Herd. Allerdings hatte ich kaum frische Zutaten im Haus, kein Auto zur Verfügung und in meinem Kaff gibt es samstags nach 12 Uhr keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Also gab es etwas ganz Einfaches: Tomatensuppe. Und sie war sehr lecker – kaum zu glauben bei gerade mal 15 Minuten Zeitaufwand. Und was noch besser ist: den Rest kann ich heute essen 🙂

Als ich noch ein Kind war, suggerierte die Werbung, die beste und schnellste Suppe der Welt käme aus der Tüte. Und dass man die richtige Marke gekauft hatte, erkannte man daran, dass sich der Löffelstiel beim ersten Eintauchen des Esslöffels in die Suppe wie von Zauberhand zu einem Knoten verformte. Ob die Suppe wirklich schmeckte, weiß ich nicht, denn bei uns zu Hause gab es nie Fertigsuppe. Leider verknotete sich dann aber auch mein Esslöffel nie, was ich so schade fand, dass ich selbst Hand anlegte und versuchte, den Löffelstiel zu biegen. Allerdings war meine Mutter darüber nicht besonders erfreut, da ich auch meine Geschwister dazu angestiftet hatte und so kaum noch ein unverbogener Löffel in der Besteckschublade lag.

Ok, genug geplaudert. Tatsache ist, dass bei mir auch heute noch keine Fertigsuppe ins Haus kommt, denn die beste Suppe ist definitiv die Selbstgemachte. Außerdem ist der Aufwand häufig sehr gering, warum also Tütensuppe kaufen! Gestern gab es also eine blitzschnelle, einfache, Zutaten-anspruchslose Tomatensuppe mit zweierlei Basilikum.

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Ratz-fatz Tomatensuppe mit Basilikum

Man benötigt für 3 Teller:

  • 500 g passierte Tomaten (außerhalb der Saison greife ich lieber zu passierten Tomaten als zu importierten frischen Tomaten, da diese meist kaum Geschmack haben)
  • 500 ml Wasser
  • 1 EL Olivenöl
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe (da ich gestern keinen Knoblauch da hatte, nahm ich eine Schalotte)
  • 2 EL Paprikamark (alternativ Tomatenmark, schmeckt dann aber etwas langweilig)
  • 1 EL Kartoffelmehl (alternativ jedes andere Mehl)
  • eine Chilischote (nach Belieben auch mehr)
  • 10 große Blätter Basilikum (da ich im Garten auch kleinblättrigen Basilikum habe, nahm ich gestern zweierlei Sorten Basilikum, geschmacklich gibt es aber kaum einen Unterschied)
  • 2 TL Gemüsebrühpulver (am besten Bio-zertifiziert ohne Glutamat und Hefeextrakt)
  • 1 EL Balsamico Essig
  • 1 TL Zucker
  • Pfeffer
  • Salz
  • nach Belieben etwas getrockneten Oregano und/oder Thymian

Zubereitung:

Zwiebel und Knoblauchzehe putzen und klein schneiden bzw. hacken. Chilischote entkernen und hacken. Ein EL Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Chili bei mittlerer Hitze drei bis vier Minuten andünsten. Topf von der Herdplatte ziehen, Paprikamark und Mehl hinzugeben. Topf unter Rühren wieder auf die Platte ziehen, passierte Tomaten, Wasser und Gemüsebrühpulver hinzufügen. Alles aufkochen lassen. Basilikum klein schneiden und hinzufügen. Suppe unter gelegentlichem Umrühren fünf Minuten köcheln lassen. Mit Zucker, Pfeffer, Salz, Balsamico und ggf. getrockneten Kräutern würzen, noch eine Minute köcheln lassen und abschließend ggf. abschmecken.

Bon appétit!

Eure Lotte

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Die letzten Sonnenstrahlen des Tages

Grüner wirds nicht: schnelles Kresse-Pesto

So langsam geht die Gartenkräuter-Zeit zu Ende. Und von einer Kräutersorte habe ich unendlich viel: Kapuzinerkresse. Was ich im April mit 7 Blättern in einem kleinen Kräutertopf gekauft habe, wuchert mittlerweile großflächig im Garten…

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Kapuzinerkresse

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Cora ist auch dabei

Was macht man denn nun mit einer gefühlten Tonne Kapuzinerkresse? – Pesto natürlich! Naja, ich habe nur einen Bruchteil der Kresse dafür benötigt, aber immerhin 🙂

Tatsächlich habe ich erst vor zwei Jahren erstmals in meinem Leben Pesto gegessen. Zuvor fand ich das immer irgendwie so unspektakulär und konnte mir gar nicht vorstellen, dass das wirklich schmeckt – nur Nudeln und Pesto – das kann doch kein vollständiges Essen sein! – Oh doch – und was für ein Tolles! Nach dem ersten Probieren stürzte ich mich in die Pestozubereitung und dank der Kresse-Invasion im Garten entstand dieses Jahr eine ganz besonders leckere Variante: Kressepesto!

Es geht ruckzuck – die Zubereitung dauert kürzer als das Kochen der Nudeln. Dennoch empfehle ich, das Pesto vor Verzehr einige Stunden oder über Nacht durchziehen zu lassen, dadurch wird das Aroma viel vollmundiger und intensiver.

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Tagliatelle mit Kresse-Pesto

Man benötigt für ein Glas Pesto (ca. 4 Portionen):

  • 60 g Kresse (es geht anstelle von Kapuzinerkresse auch jede andere Kresse-Sorte)
  • 60 g Nusskerne (ich nehme am liebsten Haselnüsse oder Walnüsse)
  • 2 Knoblauchzehen (alternativ 2 Stängel Lauchzwiebeln)
  • 2 EL Hefeflocken
  • knapp 1 TL Salz
  • etwas Pfeffer
  • eine Prise Cayennepfeffer
  • 2 TL Zitronensaft
  • 150 ml natives Oliven-Öl extra (das Pesto steht und fällt mit der Qualität des Öls)

Alle Zutaten im Mixer pürieren. Kaum zu glauben, aber wahr: Das war’s schon 😀

Bei mir gab es diesmal Tagliatelle zum Pesto. Gekrönt wurde das Essen mit gerösteten Sonnenblumenkernen.

Wenn nicht das ganze Pesto gebraucht wird, kann man den Rest in ein verschließbares Glas füllen und bis zum Rand mit Öl aufgießen und sofort verschließen. So hält es sich im Kühlschrank einige Tage.

Lasstes euch schmecken!

Eure Lotte mit Cora, die fleißig beim Fotografieren geholfen hat.

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Cora hat Spaß im Garten

Pizzabrot in herbstlicher Begleitung

Schon wieder habe ich mir ein Erkältungs-Virus eingefangen und fühle mich schlapp ohne Ende. Daher musste ein Essen her, dass man in Etappen zubereiten kann und nie längere Zeit am Stück am Herd stehen muss. Außerdem sollte natürlich eine ordentliche Portion Vitamine dabei sein und meine Mutter hat gestern wunderschönen Bio-Rucola im Supermarkt entdeckt, dabei an mich gedacht und ihn mir also mitgebracht. Genau wie feste kleine braune Champignons, die durch tagelanges Liegen nicht besser werden. Also gab es ein Essen, das es bei mir eigentlich eher im Sommer gibt, wenn das Gemüse im Garten erntereif ist: Pizzabrot mit einem leckeren Salat und dazu gebratene Champignons. Ein Gedicht und noch dazu bei allen beliebt! Und einfach zuzubereiten. Allerdings benötigt man mehrere Stunden Zeit, da der Hefeteig gehen muss.

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DSCN1716 oben: das „Gesamtwerk“;  unten: das Pizzabrot

Zutaten für zwei Bleche Pizzabrot (reicht als Beilage für ca. 6 Personen):

  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 250-300 ml lauwarmes Wasser
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 TL Meersalz
  • 2 TL getrockneten Thymian oder Oregano (oder 1 TL von beidem)
  • 2 TL Sesam
  • ggf. 1 Knoblauchzehe
  • ggf. etwas Cayennepfeffer

Für den Teig Mehl, Hefe, Salz und 250 ml Wasser zu einem geschmeidigen, aber dennoch festen Teig verkneten (bei mir macht das der Knethaken der Rührmaschine in der Regel sehr gut, es geht auch von Hand, ist aber anstrengend). Wenn sich die Zutaten nach drei bis vier Minuten noch nicht gut verbunden haben (erkennbar daran, dass noch Mehl in der Schüssel ist, das nicht in den Teig eingearbeitet wurde), noch etwas Wasser zufügen und unterkneten. Teig mindestens eine Stunde abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich auf die doppelte Größe vergrößert hat. Noch besser ist eine Gehzeit von 1 1/2 Stunden oder sogar noch etwas länger, zwei Stunden sollten jedoch nicht überschritten werden.

Teig in zwei Teile teilen und auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche wie eine Pizza rund ausrollen und jede „Pizza“ auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Teig mit einem Backpinsel mit jeweils 1 EL Olivenöl bestreichen. Knoblauchzehe fein hacken und auf den „Pizzen“ verteilen. Abschließend jeweils 1 TL Meersalz, 1 TL getrockneten Kräutern und 1 TL Sesam bestreuen. Nach Belieben sehr sparsam mit Cayennepfeffer würzen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Umluft ca. 20 Minuten backen.

Fertig.

Hinweis: man kann das Pizzabrot auch nur ca. 7 Minuten „anbacken“ und es anschließend abgekühlt einfrieren. Wenn man dann irgendwann mal schnell Pizzabrot essen möchte, kann man es direkt aus der Gefriertruhe bei 200 Grad Umluft für knapp 15 Minuten im Ofen fertig backen.

Als Beilage hatte ich heute wie beschrieben zwei Dinge: gebratene Champignons und Rucola-Paprika-Salat mit Balsamico-Senf-Dressing. War zum Reinlegen lecker 🙂

For Adults only: Rotweinkuchen

Herbstzeit ist bei mir in der Region Weinzeit – naja, mir egal, denn ich mag keinen Wein. Allerdings verwende ich ihn hin und wieder zum Kochen und nun habe ich erstmals in meinem Leben einen Rotweinkuchen gebacken. Als Vorlage hatte ich nur unvegane Rezepte und die vielen Eier im Teig machten mir Sorgen, aber die waren offensichtlich unbegründet, denn der Kuchen ist super geworden, finden meine Mitmenschen. Ja, er ist sehr saftig, hat eine Schoko-Nuss-Note und ist nicht sehr süß, das gefällt mir auch. Aber man schmeckt eben auch etwas den Rotwein und deshalb ist er trotz aller Vorzüge nicht mein Lieblingskuchen.

Da meine „Versuchspersonen“ – vor allem meine SEHR kritischen Großeltern – jedoch hin und weg von dem Kuchen waren, poste ich das Rezept nun dennoch, denn die extrem einfache Zubereitung und die saftig-weiche Konsistenz sind wirklich toll, was bei veganen Rührkuchen ja nicht immer der Fall ist, wenn man sie mit dem unveganen Pendant vergleicht, das meist fünf Eier (oder mehr) verlangt.

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Rotweinkuchen

Die Zutaten für eine Gugelhupfform:

  • etwas Alsan für die Form
  • 250 g Mehl (ich habe Weizen- und Dinkelmehl gemischt)
  • 190 g Rohrohrzucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Päckchen Weinstein-Backpulver
  • 1 gehäufter EL Kakaopulver
  • 40 g gemahlene Haselnüsse (oder Mandeln)
  • 1 1/2 EL Kartoffelmehl (alternativ Maisstärke – schmeckt aber in Kuchen manchmal unangenehm durch)
  • 1 1/2  EL Tapiokastärke (alternativ Maisstärke)
  • 1 EL geschrotete Leinsamen (auch hier alternativ Stärke, jedoch leidet dann vermutlich die Konsistenz)
  • 140 ml Wasser
  • 170 ml neutrales Öl
  • 150 ml veganen Rotwein
  • 150 g klein gehackte Bitterschokolade (ich nahm Schokoraspel und Schokotropfen)
  • ggf. Puderzucker zum Bestäuben

Die denkbar einfache Zubereitung:

Gugelhupfform fetten, Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und zu einem geschmeidigen Teig rühren. Die Konsistenz ist perfekt, wenn der Teig locker reißend vom Rührbesen herunterfällt. Ist er zu fest, noch etwas Flüssigkeit unterrühren (Rotwein oder Öl). Teig in die Gugelhupfform füllen und ca. 45 Minuten backen (schaut nach 40 Minuten mal rein, um zu sehen, wie weit der Kuchen ist). Stäbchenprobe machen – wenn noch Teig am Stäbchen klebt, den Kuchen noch ein paar Minuten länger backen.

Kuchen in der Form sofort auf ein Kuchengitter stürzen und ein feuchtes Tuch drüber legen (ein Spüllappen tut’s auch). Nach fünf Minuten die Form vorsichtig vom Kuchen abziehen. Komplett auskühlen lassen. Ggf. könnt ihr den Kuchen dann noch mit Puderzucker bestäuben.

Fertig.

Tempeh-Döner macht (das Leben) schöner…

Bei Tempeh klaffen die Meinungen ja weit auseinander. Die einen finden ihn toll, die anderen hassen ihn. Ich gehöre zur ersten Gruppe 🙂 Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich beim ersten Versuch nicht so ganz von seinem Geschmack überzeugt war. Ich glaube, Tempeh ist eins der Lebensmittel, an das man sich erst herantasten muss, denn je öfter ich ihn aß, desto leckerer wurde er. Mittlerweile liebe ich ihn und er steht geschmacklich an erster Stelle in meiner „Eiweiß-Hierarchie“. Seitan folgt auf Platz zwei, danach kommen Hülsenfrüchte und erst dann Tofu.

Meinen Tempeh beziehe ich seit einiger Zeit von hier. Man bekommt dort nicht nur Natur-Tempeh, sondern kann auch aus einigen Marinaden wählen. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, unbehandelten frischen (und daher nur kurz haltbaren) Tempeh zu bestellen. Alle Tempeh-Zutaten und Marinaden sind bio und vegan. Immer donnerstags beginnt die Produktion und montags geht der Tempeh auf die Reise und landet dienstags vor der Haustür. Preislich bewegt sich der Tempeh auf ähnlichem Niveau wie in den meisten Onlineshops, er ist sogar ein bisschen günstiger. Eine tolle Sache, wie ich finde. Vor allem, da ich Tempeh ohnehin nur über das Internet bekomme, da es hier weit und breit keinen Tempeh zu kaufen gibt.

Am liebsten esse ich Tempeh kross angebraten mit Gemüse in Wraps, Ciabatta, Pitabrot etc. Heute gab es das also mal wieder und da ich letztens veganes Kebab-Brot zum Aufbacken beim Einkaufen entdeckt habe, wurde das heute ausprobiert. Es ist ein leckerer „Döner“ geworden, den es künftig sicher öfter geben wird, denn er ist ratz-fatz gemacht, die Zutaten können problemlos zur Arbeit mitgenommen und dann in der Mittagspause „zusammengebaut“ werden und preiswert ist das Ganze auch.

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Tempeh-Döner

Man braucht für zwei „Döner“

  • 2 Kebab-Fladen zum Aufbacken
  • 100 g marinierten Tempeh (oder man mariniert Naturtempeh. Alternativ geht natürlich auch Seitan oder Tofu)
  • 3 EL Rapsöl
  • ein Stück Gurke
  • eine Paprikaschote
  • eine Tomate
  • 1/2 Zwiebel (ich nehme dazu gerne die Roten)
  • etwas Blattsalat
  • etwas frische Petersilie

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

Das Gemüse klein schneiden, Petersilie hacken und den Tempeh in Streifen schneiden (je dünner, desto knuspriger wird er). Das Öl in der Pfanne erhitzen, Tempehstreifen unter mehrmaligem Wenden von beiden Seiten einige Minuten anbraten, bis er eine goldbraune Farbe annimmt. Auf etwas Küchenkrepp zum Abfetten legen. Kebabfladen entweder drei Minuten im Backofen oder – energiesparender – im Toaster aufbacken, in der Mitte aufschneiden, sodass eine Tasche entsteht und diese dann mit Gemüse, Tempeh und Petersilie füllen.

Das war’s schon – kleiner Aufwand und trotzdem großer Genuss 😉

Wer mag, kann natürlich eine Sojajoghurt-Sauce herstellen und in den Döner geben, aber ich mag es ohne Sauce lieber.